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Marko Turunen

Im Studio mit: Marko Turunen

Gespenstisch geht es in den Arbeiten von Marko Turunen nicht nur aufgrund der Geister, Monster und Gerippe zu. Von ebenso großer Bedeutung für die besondere Bildwirkung sind außerdem harte Schwarz-Weiß-Kontraste, die nur selten durch Schraffuren abgemildert werden. Wie bei Fotonegativen ist das gewohnte Verhältnis von hellen und dunklen Flächen oft vertauscht.

Trotz ihrer druckgrafischen Anmutung handelt es sich bei den Bildern des finnischen Künstlers jedoch nicht etwa um Holzschnitte, sondern um Zeichnungen mit schwarzem Farbstift. Ursprünglich als Illustrationen für zwei finnische Kinderbücher mit Gruselgeschichten entstanden, zeigen die Arbeiten auch ohne textuellen Zusammenhang eine große ästhetische Autonomie. Gekonnt bewegt sich Turunen auf dem schmalen Grat zwischen kindgerechter Illustration und Horrorfilm-Ästhetik. Beide Pole befruchten sich wechselseitig, wenn z.B. die unheimliche, zuweilen auch abgründige Stimmung durch die trickfilmhaft-rundlichen Gespenster abgemildert und mit einer humorvollen Note versehen wird.

Auch formal verweist vieles auf Beispiele in der Filmgeschichte, vor allem natürlich auf Alfred Hitchcock. Vorgebildet wurden die grellen Lichtverhältnisse, ‚kühlen’ Interieurs und ungewöhnlichen Blickwinkel jedoch letztlich schon von den amerikanischen Realisten des 20. Jahrhunderts, respektive Edward Hopper. In der grafischen Bildauffassung mit der häufigen ‚Vergitterung’ der Bildräume durch Bäume und Strauchwerk ist darüber hinaus ein gewisser Bezug zur japanischen Holzschnittkunst bzw. zur Japonismus-Mode des 19. und frühen 20. Jahrhunderts zu verzeichnen.

Sowohl technisch als auch inhaltlich jongliert Turunen mit Gegensätzen. Er schafft nicht nur reizvolle Kontraste, sondern einen Kontrast der Reize und erweckt seine Nachtmahre und Skelette damit recht eigentlich zum Leben.



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